„Die gute Nachricht“ des Tages ist für die Kleine Zeitung am Mittwoch den 15.2. die Fortsetzung der Erweiterung der Schnellstraße S 37 zu einer Autobahn und – ganz besonders erfreulich, der neue SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke konnte eingekocht werden. Auch der Umbau der Friesacher Bundesstraße B 317 zu einer Autobahn wird in Angriff genommen. Eine wirklich „gute Nachricht“ und der richtige Moment für Claqueure die Macher zu beklatschen. Allerdings – und davon ist im Beitrag nichts zu lesen, was an den Plänen gut ist, liegt im Auge des Betrachters. Über die redaktionelle Jubelmeldung werden sich die Wirtschaftsvertreter und Politiker freuen, die ihre Klienten befragt haben und die der Meinung sind, wir brauchen noch eine Autobahn in die Steiermark. Es gibt zwar auch Bürger, die als Anrainer eine abweichende Meinung haben, aber die wurden ja nicht gefragt, sondern verunglimpft und ignoriert. Es reicht die Feststellung „nicht UVP pflichtig“ und dann haben die Bagger freie Fahrt. Auf der steirischen Seite sind die Behörden schon in Vorleistung getreten und haben die Tafeln für das LKW-Fahrverbot abmontiert. Bald steht der neuen LKW-Lawine nichts mehr im Wege. Eine echt „gute Nachricht“! Leute, die nicht verstehen, was an einer LKW-Lawine gut sein soll fragen sich, was ist an dem gebetsmühlenartig vorgetragenen unabhängigen Journalismus unabhängig? Warum will man mit Gewalt mehr Verkehr anlocken obwohl man weiß, welche Folgen das für das Klima und die Gesundheit hat? Was ist gut an einer Nachricht, deren Folgen genau das Gegenteil von dem provozieren, was die Klimapolitik mit Unsummen antreibt und bis 2040 erreichen will? Man weiß es nicht und die Ratlosigkeit wandelt sich von Ungläubigkeit in eine „jo eh – Erfahrung“: Es schweigen die Lämmer und ja, die „Schwarmdummheit“ gibt es wirklich. Plötzlich lichten sich die Nebel. Es gibt für alles eine Erklärung – auch für vermeintlich „gute Nachrichten“.

Peter Baumgartner / St. Veit an der Glan

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